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Boston
Boston (Massachusetts, USA), Hauptstadt von Massachusetts, an der Massachusetts Bay gelegen. Boston ist die größte Stadt von Massachusetts und Neuengland und das wichtigste Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum dieser Region.
Die Stadt hat einen Naturhafen, der
sich zur Massachusetts Bay öffnet. Boston hat im gesamten Land Einfluss durch seine Banken, Versicherungsgesellschaften und Bildungseinrichtungen.
Wirtschaft: Boston ist eine dienstleistungsorientierte Stadt, in der über die Hälfte aller Erwerbstätigen in Regierung und Verwaltung, dem Bildungssektor, im Gesundheitswesen und in anderen Dienstleistungsbereichen tätig sind. Der Produktionssektor ist dagegen weit unbedeutender und hat seit dem 2. Weltkrieg stetig an Gewicht verloren, ebenso wie die ehemals wichtige Fischereiindustrie. Der Hafen von Boston, vormals der wichtigste des ganzen Landes, liegt heute an 18. Stelle in den USA. Erdölprodukte und Flüssiggas machen heute den Großteil der Einfuhren nach Gewicht aus, daneben noch Zement-, Salz- und Gipseinfuhren. Erdölprodukte sind die wichtigsten Ausfuhrgüter. 1990 stellte die Containerfracht über 90 Prozent der Gesamtfracht. Druckgewerbe und Verlagswesen sind bedeutende Arbeitgeber. Sie setzen damit die lange Tradition Bostons als wichtige Verlagsstadt fort. Boston verfügt über eine Reihe historisch interessanter Gebäude, darunter das Paul-Revere-Haus (1680), die Old North Church (1723), die Faneuil Hall (1742-1805, als Markthalle erbaut) und das Old State House (1748). Smith Court auf dem Beacon Hill beherbergt das African Meeting House (1806), die älteste noch bestehende schwarze Kirche in den USA und ein Zentrum der Sklavereigegner, der Abolitionisten.
Kultur: Boston ist ein Zentrum des höheren Bildungswesens der USA, vor allem, wenn man auch die Vorstädte hinzurechnet. Die beiden größten Universitäten innerhalb der Stadt selbst sind die Universität Boston (1839) und die Northeastern University (1898). Im nahen Cambridge liegen die Harvarduniversität (1636) und das Massachusetts Institute of Technology (1861). Das öffentliche Schulsystem Bostons ist das älteste der Vereinigten Staaten. Das Bostoner Sinfonieorchester wurde 1881 gegründet und gehört heute weltweit zu den führenden Orchestern.
Geschichte: Vor Ankunft der europäischen Forschungsreisenden und Siedler war das Gebiet um Boston von einigen Stämmen der Algonkin-Sprachengruppe bewohnt, die entlang der Küste und der Flusstäler im Landesinneren siedelten. Archäologische Zeugnisse ihrer langdauernden Besiedlung finden sich weiträumig und in großer Zahl. Aus Europa eingeschleppte Krankheiten verringerten ihre Zahl jedoch bis zum 17. Jahrhundert ganz erheblich. Die ersten bleibenden weißen Siedler kamen hier 1630 an. Es waren Puritaner unter Führung von John Winthrop, der vom nahen Salem nach Boston gekommen war. Ihre primitive Siedlung auf einer kleinen Halbinsel (von den indianischen Ureinwohnern Shawmut genannt) wurde im Herbst 1630 zur Stadt erklärt und nach Boston in Lincolnshire (England) benannt. Die Stadt wurde bald Hauptstadt der Massachusetts-Bay-Kolonie und entwickelte sich zum Sprungbrett für andere Siedlungen im östlichen Massachusetts. Bis 1750 hatte sich Boston zu einem bedeutenden Hafen und Handelsposten entwickelt. Das Kolonialleben wurde beherrscht vom politischen Streit mit England und der starken weltlichen Macht der Freien Kirche der Kongregationalisten.
Während der sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts wuchsen die Spannungen mit England über die Zuckerstrafzölle, die das englische Parlament 1764 in Kraft setzte, sowie über das Steuermarkengesetz von 1765. Offene Gewalt brach schließlich im Boston Massacre am 5. März 1770 aus, als fünf Kolonisten von britischen Soldaten getötet wurden. Die Boston Tea Party am 1. Dezember 1773 war eine Protestaktion gegen die britischen Zölle. Schließlich führte eine von Boston abmarschierende britische Strafexpedition zu den Gefechten von Lexington und Concord am 19. April 1775. Die Schlacht von Bunker Hill folgte am 17. Juni 1775 in Boston; neun Monate später zogen die Briten von Boston ab. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine Reihe von Nachbargemeinden eingemeindet, und Boston vergrößerte damit seine Fläche um ein Mehrfaches. Einwandererwellen, zunächst aus Irland während und nach der großen Hungersnot, später aus Kanada, Russland und Italien, strömten in die Stadt. 1950 hatte die Einwohnerzahl die Spitze von 801 444 erreicht und nahm danach stetig ab. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 560 000.
Quellennachweis:
"Boston," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2008
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