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Melbourne
Melbourne (Australien), Hauptstadt des Bundesstaates Victoria, an der Port Phillip Bay und
der Mündung des Yarra River gelegen.
Die Stadt ist das wichtigste wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum Victorias und hat in Australien nach Sydney das größte Stadtgebiet
mit einer Fläche von über 5 960 Quadratkilometern. Melbourne ist im Norden und Westen umgeben von den Vorstädten Broadmeadows, Saint Albans, Essendon, Brunswick und Eltham, östlich liegen Richmond, Nunawading und Dandenong und südlich befinden sich Moorabin, Mordialloc, Chelsea, Cranbourne und Frankston.
Zur Bevölkerung der Stadt gehören zahlreiche italienische, griechische, chinesische, vietnamesische, britische und irische Einwanderer. Melbourne ist außerdem ein Zentrum
der jüdischen Immigration.
Industrieprodukte aus dem Stadtgebiet von Melbourne sind u. a. Schiffe und Erdölprodukte aus den Werften und Raffinerien an der Port Phillip Bay sowie Metalle, Kraftfahrzeuge, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen, Chemikalien, Druckerzeugnisse, Textilien, Kleidung, Papier und Nahrungsmittel. Mit dem Hauptquartier des Stahl- und Bergbaukonzerns Broken Hill Proprietary Company, Ltd. (BHP) beherbergt Melbourne das größte Industrieunternehmen Australiens. Andere australische Firmen mit Sitz in Melbourne sind die National Australian Bank und Pacific Dunlop, ein Unternehmen, das verschiedene Konsumgüter herstellt und vermarktet.Die Stadt ist ein Eisenbahn- und Verkehrsknotenpunkt. Sie verfügt außerdem über einen großen internationalen Flughafen in Tullamarine.
Das Stadtbild Melbournes wird von zahlreichen Bürohochhäusern beherrscht. Sehenswerte Bauwerke sind u. a. das State Parliament House, die Royal Exhibition Buildings, die Börse (1968) und die Saint Patrick's Cathedral. In den Fitzroy Gardens wurde das Haus aufgebaut, in dem der britische Seefahrer und Entdecker James Cook seine Kindheit verbrachte. Er nahm 1770 die Ostküste Australiens für Großbritannien in Besitz. Ebenfalls erwähnenswert sind das Government House, die Royal Botanic Gardens und das National Herbarium. Die Universität von Melbourne (1853) befindet sich in Parkville. Weitere Bildungseinrichtungen der Region sind die La Trobe University (1964) in Bundoora, die Monash University (1958) in Clayton, die Deakin University (1974) in Geelong sowie das Royal Melbourne Institute of Technology (1882) und die Victoria University of Technology (1990), die sich beide in Melbourne befinden. Im November 2000 wurde mit dem Melbourne Museum der größte Museumskomplex der Südhalbkugel eröffnet. Der architektonisch anspruchsvolle Bau beherbergt auf rund 80 000 Quadratmetern mehr als 16 Millionen Exponate. Bedeutendste Attraktion ist die 30 Meter hohe Forrest Gallery, in der 82 Pflanzen- und 25 Tierarten versammelt sind. Weitere bekannte Museen im Stadtgebiet sind die National Gallery of Victoria mit Sammlungen von Gemälden und Photographien und das Museum of Victoria, in dem das frühere National Museum of Victoria mit seinen Abteilungen für Zoologie, Geologie und Anthropologie aufgegangen ist. Zu einer der bedeutendsten touristischen Attraktionen wird das zum Teil im Flussbett des Yarra River unterirdisch angelegte Aquarium ausgebaut. Bekannte Sportarenen in der Region sind der Flemington Racecourse, in dem jährlich die Pferderennen des Melbourne Cup ausgetragen werden, und das National Tennis Centre in Flinders Park, wo alljährlich die Australian Open stattfinden. Die Dandenong Ranges, eine Bergkette östlich von Melbourne, sind ein beliebtes Erholungsgebiet für die Bewohner der Stadt.
Das Gebiet, in dem die Stadt liegt, wurde 1803 erstmals von Europäern erkundet. 1835 besiedelten es rivalisierende Gruppen aus Tasmanien und gaben ihm den Namen Port Phillip. Im Gegensatz zu anderen Siedlungen im Südosten Australiens war Melbourne nie eine Strafkolonie, sondern wurde von Anfang an als Wohngebiet mit breiten Straßen und weitläufigen Parks geplant. 1837 erhielt die Stadt zu Ehren des damaligen Premierministers von Großbritannien, William Lamb, 2. Viscount Melbourne, ihren heutigen Namen. 1851 kam sie von New South Wales zu der neugebildeten britischen Kolonie Victoria und wurde deren Hauptstadt. Melbournes größte Wachstumsperiode begann in den frühen fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als in Victoria Gold entdeckt wurde (insbesondere bei Bendigo und Ballerat). Zu dieser Zeit entwickelte sich die Stadt zum Handelszentrum der aus Übersee herbeiströmenden Goldgräber. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Stadt ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ihr Hafen wurde ausgebaut, und wichtige Industriebetriebe siedelten sich an. Nach der Gründung des Australischen Bundes 1901 war Melbourne zeitweise Sitz der australischen Bundesregierung. 1913 wurde Canberra die neue Bundeshauptstadt, aber die Regierung zog erst 1927 dorthin um. 1956 fanden die Olympischen Sommerspiele in Melbourne statt.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 3,59 Millionen (2006).
Quellennachweis:
"Melbourne" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2008
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