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Peking
Peking (auch Beijing, Beiping, Peiping), Hauptstadt von China, 110 Kilometer nordwestlich des Golf von Bo Hai gelegen. Die Stadt liegt inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch ein unabhängig verwalteter Bezirk mit einer Fläche von 16 808 Quadratkilometern. Peking befindet sich am Nordrand der Großen Ebene und ist im Norden und Westen von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben.
Die Stadt ist ein kulturelles, politisches und geistiges Zentrum Chinas sowie eine bedeutende Industrie- und Handelsmetropole. Peking ist nach Shanghai die zweitgrößte Stadt Chinas.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 11,81 Millionen. Da die Geburtenrate niedrig ist, ist das Bevölkerungswachstum vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Es gibt etwa eine Million Gastarbeiter und illegale Einwanderer, die von amtlichen Statistiken nicht erfasst werden und vielfach in großer Armut leben (Elendsviertel mit hoher Kriminalitätsrate).
Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen, daneben gibt es u. a. Mandschu und Mongolen.
Das in Peking gesprochene Mandarin (Putonghua) bzw. Hochchinesisch ist zugleich Amtssprache
der Volksrepublik China.
Die Stadt ist mittlerweile das zweitgrößte Industriezentrum Chinas. Bedeutende Industriezweige wurden in den Satellitenstädten angesiedelt: Eisen- und Stahlfabrikation
in Shijingshan, Motorfahrzeugherstellung in Tongxian, Maschinenfabrikation in Fentai und Herstellung von petrochemischen Produkten in Fangshan. Ende 1991 waren über 2,1 Millionen Arbeiter in der Industrie beschäftigt. Es werden Konserven, Baumwoll- und Synthetikstoffe, Bekleidung, Farben, Papier, Schmiermittel und elektronische Produkte hergestellt. Seit dem Beginn von Wirtschaftsreformen (1978) gewinnt die Baubranche zunehmend an Bedeutung. 1991 arbeiteten in Peking etwa 684 000 Bauarbeiter.
In der Landwirtschaft sind etwa 900 000 Menschen beschäftigt. Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Getreide, Gemüse (Kohl, Tomaten, Auberginen, Möhren und Zwiebeln), Milch, Eier, Geflügel- und Schweinefleisch.
Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen (über eine Million Beschäftigte).
Beijing ist ein Einkaufs- und Modezentrum. Es gibt mehrere moderne Einkaufsbezirke (z. B.
in der Wangfujing-Straße). Tradition haben u. a. Goldemaillearbeiten (Cloisonné), Jadeschnitzerei und die Teppichweberei.
Peking ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt Chinas (wichtige Straßen- und Eisenbahnverbindungen nach Nordkorea, Russland und in die Mongolei; Kaiserkanal; internationaler Flughafen; innerstädtische Ringstraßen, Autobahnen und U-Bahn). Trotz wachsender Autodichte prägen Fahrräder weiterhin das Stadtbild.
Seit den Wirtschaftsreformen der achtziger und neunziger Jahre gibt es auch Unternehmen, die von ausländischen Investoren getragen werden. Es entstanden viele Privatunternehmen. Ende 1991 gab es in Peking 52 000 privat angestellte Arbeitnehmer (Getihu) in Gewerbebetrieben. Das Dienstleistungsgewerbe zählte im selben Jahr über 23 500 Betriebe mit 153 000 Beschäftigten. Peking hat schwerwiegende Probleme mit der Luft- (Kohleverbrennung) und Wasserverschmutzung.
Das Verwaltungsgebiet der Metropole Peking umfasst zehn Stadtbezirke (Industrie, Verwaltung, Wohnviertel) und acht umliegende, weitestgehend ländliche Bezirke (Anbau von Getreide, Gemüse und Obst; Trinkwasserversorgung). Um die Altstadt herum entstanden (vorwiegend nach 1949) zahlreiche neue Bezirke.
Die Stadt war ursprünglich von einer großen Mauer umgeben und wurde als Abbild des Kosmos geplant. Sie bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiser-, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Stadt (Nord-Süd-Richtung) befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die Verbotene Stadt (ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich) beheimatet den mit einer Mauer umgebenen Palast. Sie diente den chinesischen Kaisern und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum. Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen Inneren Stadt (im Norden), die zwischen 1409 und 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitestgehend denen der Hauptstadt Daidu in der Yuan-Dynastie. In der Inneren Stadt lag die Kaiserstadt, in der sich Regierungsgebäude, Tempel, Paläste, Garten- und Parkanlagen sowie die Verbotene Stadt befanden. Außerhalb der Kaiserstadt lagen Viertel mit Märkten und Tempeln sowie Wohnviertel. Die Mauer war ungefähr 25 Kilometer lang. Die Äußere Stadt (im Süden) wurde gegen Ende der Ming-Dynastie (1521-1566) erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometer Länge. Es befanden sich sowohl bedeutende Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal.
Nach der Revolution von 1949 wurden die alten Stadtmauern niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten.
Das Palastmuseum (Gu Gong) in der Verbotenen Stadt ist die ehemalige Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Dieser Komplex (vor mehr als 500 Jahren errichtet) umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Westlich dieses Komplexes liegt das Gebiet Zhongnan Hai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist.
Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums liegt der Platz des Himmlischen Friedens (Tian-an-men-Platz), das Herz der Stadt. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Er wurde im Anschluss an die Revolution angelegt. Jährlich finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt. An der Westseite des Platzes steht die Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befindet sich ein Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab des früheren Vorsitzenden Mao Tse-tung beherrschen den Platz in seiner Mitte. 1989 versammelten sich Studenten zu Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Am 6. Juni wurden die Proteste gewaltsam und blutig niedergeschlagen.
Von den zahlreichen Tempeln ist der Himmelstempel (Tian Tan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (u. a. mit der Halle der Jahresgebete). Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuzianische und der Lamatempel sowie der Tempel der Weißen Pagode, die zum Gedenken an den Besuch des Dalai-Lama aus Tibet 1651 errichtet wurden. Des Weiteren ist der kaiserliche Sommerpalast mit den umliegenden Tempeln und Parks zu nennen (Duftende Hügel). In den nordwestlichen Vororten befinden sich die Gräber einiger Kaiser der Ming-Dynastie (1368-1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Großen Mauer. Von den zahlreichen Hochschulen sind die Peking-Universität (gegründet 1898) und die Qinghua-Universität (1911) am bekanntesten. Daneben gibt es die Chinesische Akademie der Wissenschaften (Academia Sinica) und eine Reihe ihr unterstehender Forschungsinstitute.
1991 waren in Peking über 250 000 Menschen im wissenschaftlichen und technischen Bereich angestellt. Fast 500 000 Personen waren im Bildungs- und Kommunikationswesen tätig. Es gibt zahlreiche Theater (z. B. das Theater des Volkes), sowie die Pekinger Konzerthalle für Musikveranstaltungen. Die Peking-Bibliothek ist die bedeutendste Chinas (etwa zehn Millionen Bände; mit Beständen aus den Bibliotheken der Sung-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien). Neben Kunstmuseen und einem naturhistorischen Museum verfügt Peking über einen Zoo, ein Planetarium und das ehemalige kaiserliche Observatorium.
Die Besiedlung der Gegend kann bis etwa 3000 v. Chr. zurückverfolgt werden. Bereits während der Zhou-Dynastie bestand an der Stelle Pekings eine Verwaltungshauptstadt. 937 n. Chr. eroberten die Kitan einen Teil Nordchinas und errichteten hier ihren Herrschaftssitz. Sie wurden Mitte des 12. Jahrhunderts von den Tschurtschen (Goldene Tataren) besiegt, welche die zerstörte Stadt wieder aufbauten. Von 1264 bis 1368 war Peking Hauptresidenz der Mongolen. Der Mongolenherrscher Kubilai Khan machte 1272 Peking zur neuen Großen Hauptstadt (Daidu).
1368 wurde die Yuan- von der Ming-Dynastie abgelöst. Der erste Kaiser der Ming-Dynastie errichtete seine Hauptstadt an dem Fluss Yangzi bei Nanjing (Südliche Hauptstadt) und änderte den Namen Daidus in Beiping ("Nördlicher Friede"). Nach seinem Tod wurde die Stadt in Beijing ("Nördliche Hauptstadt") umbenannt. 1421 wurde sie Hauptstadt der Ming-Dynastie. Während der nachfolgenden Qing-Dynastie (1644-1911) wurde die Stadt durch Tempel und Paläste erweitert.
Nach der Gründung der Republik China blieb Peking bis 1928 das politische Zentrum Chinas. Dann richtete Chiang Kai-shek die Hauptstadt in Nanjing ein. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt von 1937 bis 1945 von Japan besetzt, wurde jedoch nicht stark beschädigt. 1949, im Anschluss an die Gründung der Volksrepublik China, erklärte die kommunistische Regierung Peking wieder zur Hauptstadt. Am 20. Oktober 1998 wurde in Peking die erste Menschenrechtskonferenz des Landes eröffnet. An der Konferenz nahmen mehr als 100 Vertreter aus 27 Staaten teil.
Quellennachweis:
"Peking" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2008
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