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Toronto

Toronto, Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontario am Ontariosee im südlichen Teil der Provinz. Toronto, das in den vergangenen 50 Jahren ein neues Gesicht angenommen hat, ist Kanadas Finanz- und Kulturzentrum geworden. Zusammen mit den benachbarten Städten Etobicoke, Scarborough, York, North York und dem Verwaltungsbezirk East York bildet Toronto das größte Ballungsgebiet des Landes. Es ist Teil des „Goldenen Hufeisens", einer städtischen Region am Westufer des Ontariosees. Während seine Einwohner früher vor allem britischer Abstammung waren, ist Toronto heute eine kosmopolitische Stadt, deren Bevölkerung sich aus unterschiedlichen Kulturen und Bevölkerungsgruppen zusammensetzt.

Toronto ist ein Finanz-, Handels- und Industriezentrum. Fast alle großen kanadischen Banken und Versicherungen haben hier ihren Sitz. Die Börse von Toronto ist nach der von New York eine der größten Nordamerikas. Zu den vielfältigen Wirtschaftszweigen gehören Druckindustrie und Verlage, Film- und Fernsehproduktion, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Herstellung von Transportmitteln, Metallerzeugnissen, elektrischen und elektronischen Produkten, chemischen Erzeugnissen, Kleidung und Papierartikeln. Daneben ist der Fremdenverkehr von großer Bedeutung. Die Stadt verfügt über einen Hafen am Sankt-Lorenz-Seeweg und besitzt eine gute Verkehrsanbindung durch ihre Lage an Hauptstraßen, wichtigen Eisenbahnlinien und durch den Pearson International Airport. 1954 wurde eine Untergrund-Bahn in Betrieb genommen. Sie ist Teil eines der am stärksten ausgelasteten Verkehrsnetze der Welt.

Das älteste Gebäude der Stadt ist ein Herrenhaus von 1830. Das Parlamentsgebäude von Ontario stammt von 1886. Das Stadtzentrum wird von der City Hall überragt, einem auffälligen Komplex von 1965, der zwei hohe, gebogene Bürohäuser umfasst. Hier befindet sich auch der CN-Tower (1976), mit 553 Metern eines der höchsten freistehenden Gebäude der Welt. In dem Viertel am Ontariosee findet die jährliche Kanadische Nationalausstellung statt. Hier befindet sich auch der Ontarioplatz (1971), der diverse Erholungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten bietet. Weiterhin zählen das McLaughlin-Planetarium, die Kunstgalerie von Ontario mit einer Skulpturensammlung von Henry Moore, die Massey Hall (1894) und die Roy Thompson Hall zum kulturellen Angebot der Stadt. Die größte Universität Kanadas, die Universität von Toronto, wurde 1827 als King's College gegründet. Weitere Bildungseinrichtungen sind die York-Universität (1959), das Ryerson-Polytechnikum, das 1963 als technisches Institut gegründet wurde, und die Ontario-Kunsthochschule (1876).

Der Name „Toronto" leitet sich von einem Wort der Huronen ab, das vermutlich „Treffpunkt" bedeutet. Die so genannte Torontopassage wurde bereits 1615 als Abkürzung auf dem Landweg zwischen dem Ontario- und dem Huronsee benutzt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an der Stelle des heutigen Toronto eine französische Garnison, Fort Rouillé, errichtet. Das Fort wurde 1759 von den Briten niedergebrannt. Später siedelten sich in diesem Gebiet Loyalisten an, die nach ihrer Niederlage im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nach Norden gekommen waren. Diese Siedlung, die Teil eines strategischen Siedlungsplanes der Briten für Oberkanada (das heutige Ontario) war, wurde 1793 gegründet. Sie wurde nach Friedrich August, dem Herzog von York, benannt: York wurde Hauptstadt der britischen Provinz und entwickelte sich zu einem Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum. 1813, während des Britisch-Amerikanischen Krieges von 1812, wurde die Siedlung von US-Truppen besetzt und zum Teil zerstört. Die Öffnung des Eriekanals 1825 und der Bau der Eisenbahnlinie Mitte des 19. Jahrhunderts waren der Entwicklung der Siedlung förderlich.

Große Industrien ließen sich hier Ende des 19. Jahrhunderts nieder. Nach 1900 erlebte die Stadt wegen ihrer Bodenschätze im nordwestlichen Hinterland einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. 1951 war Toronto ein großes Handels- und Industriezentrum mit 1,2 Millionen Einwohnern geworden. Drei Jahre später, am 1. Januar 1954, schlossen sich Toronto und zwölf benachbarte Städte zum Verwaltungsbezirk Großtoronto zusammen. In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten verdoppelte sich die Einwohnerzahl, zum Teil wegen der Einwanderer aus Europa. Toronto wurde für seine Dynamik und ethnische Vielfalt bekannt. Ende der siebziger Jahre begannen besserverdienende Vorstädter, in die Stadt zu ziehen und alte Viertel der Innenstadt zu renovieren, wie z. B. den Uferbezirk.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,50 Millionen und in der Agglomeration rund 4,88 Millionen.

Quellennachweis:
"Toronto" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2008
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